Größeres Chaos jedes Jahr zum Schulanfang
Größeres Chaos jedes Jahr zum Schulanfang
Ich leite eine kleine Filiale am Ortsrand und jedes Jahr zum Schulanfang rennen uns Hefte und Mäppchen weg, danach bleibt aber vieles liegen und wir müssen ständig umräumen. In unserer Übersicht sehe ich nur große Monatszahlen, das hilft bei der Bestellung wenig. Wie schätzt ihr, wann es wieder ruhiger wird? Gibt es einen einfachen Trick, um die Zahlen vom letzten Frühjahr zum Vergleich zu nutzen?
Re: Größeres Chaos jedes Jahr zum Schulanfang
Ursache ist die große, aber kurze Saisonspitze zum Schulanfang, die in Monatssummen untergeht und durch den jährlich wandernden Einschulungstermin verzerrt wird. Definieren Sie als Kennzahlen Absatz pro Verkaufstag und Abverkaufsquote je Artikelgruppe statt Monatsumsatz, dazu Restbestand in Reichweitentagen. Modellieren Sie die Zeitachse relativ zur Einschulungswoche als KW-6 bis KW+4 statt nach Kalendermonat und vergleichen Sie tagesgenau mit dem Vorjahr. Ein einfacher SQL-Ansatz gruppiert Menge und Bestand nach Tagesdatum und Einschulungs-Offset und normiert das ruhige Frühjahr auf Index 100. Praktisch bestellen Sie in zwei Wellen: Grundbedarf früh, Nachschub nur für Schnelldreher wie Hefte A5 liniert. Prüfschritte sind Abgleich von Retouren, Aktionsmengen und Nachbarfilialen sowie Kontrolle, ab welcher Woche nach Einschulung die Tagesrate wieder auf Frühjahrsniveau fällt, meist nach zwei bis drei Wochen.
Re: Größeres Chaos jedes Jahr zum Schulanfang
Ursache ist die zu grobe Monatsaggregation, denn der Schulanfangspeak dauert oft nur zehn bis vierzehn Tage und wird im Monatsschnitt unsichtbar. Gleichzeitig überlagern sich Renner wie Hefte und Penner wie Spezialmappen. Definiere deshalb den Tagesabsatz je Artikelnummer, die Durchverkaufsquote als verkaufte Menge geteilt durch Anfangsbestand und die Reichweite als Restbestand geteilt durch Tagesabsatz der letzten sieben Tage. Lege im Modell eine Kalendertabelle mit Kalenderwoche und einem Ferien- und Einschulungsflag je Bundesland an. Im SQL vergleichst du die Kalenderwoche des Vorjahres, etwa Absatz aktuell geteilt durch Absatz gleiche KW Vorjahr als Index, zusätzlich gleitender Sieben-Tage-Schnitt. Ruhiger wird es erfahrungsgemäß, wenn dieser Schnitt zwei Wochen nach Einschulung drei Tage in Folge unter dreißig Prozent des Peakwerts fällt. Prüfe vorher Lieferlücken, Retouren und Umlagerungen, sonst vergleichst du Lücken statt Nachfrage.