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Preis- und Mengeneffekt im WG-Umsatz sauber trennen?
Verfasst: So 4. Okt 2026, 12:22
von rjung
In unserem Monatsreporting für den LEH-Bereich sehen wir in mehreren Warengruppen deutliche Preissteigerungen bei gleichzeitig rückläufigen Absatzmengen. Beispiel Kühlregal: wertmäßiger WG-Umsatz plus sieben Prozent zum Vorjahr, verkaufte Stückzahl minus vier Prozent. Einkauf bewertet das als Erfolg der Konditionsverhandlungen, Vertrieb sieht einen schleichenden Volumenverlust. Bisher weisen wir nur Durchschnittspreis und Umsatz aus, was bei Sortimentswechseln und unterschiedlichen Packungsgrößen verzerrt. Wie trennt ihr in der Praxis den reinen Preiseffekt vom Mengen- und Mixeffekt auf Warengruppenebene? Arbeitet ihr mit festem Vorjahrespreis, mit Laspeyres-Ansatz oder mit bereinigtem Durchschnittspreis je Basiseinheit?
Re: Preis- und Mengeneffekt im WG-Umsatz sauber trennen?
Verfasst: So 4. Okt 2026, 14:12
von staylor
Die Ursache liegt im unbereinigten Durchschnittspreis auf Warengruppenebene, der Preisänderungen, Packungsgrößenwechsel und Sortimentsrotation vermischt und daher weder Einkauf noch Vertrieb sauber steuert. In der Praxis bewährt sich die klassische Abweichungsanalyse mit festem Vorjahrespreis auf Artikel-EAN-Ebene. Definiert Umsatzeffekt als Summe aus Preiseffekt Menge aktuell mal Preisdifferenz, Mengeneffekt Preis Vorjahr mal Mengendifferenz bei Altartikeln und Mix-Struktureffekt für Neu- und Auslistungen separat. Rechnet immer auf Basiseinheit wie Kilogramm oder Liter um und haltet Preis und Menge in der Faktentabelle getrennt versioniert. Per SQL gruppiert ihr dann je Warengruppe. Prüft Vollständigkeit über Umsatz Vorjahr plus Effekte gleich Umsatz aktuell, kontrolliert Ausreißer bei Basiseinheiten und stimmt Neuartikelquoten mit dem Category Management ab.