Abverkaufsquote bei zeitversetzten Abschriften vergleichbar machen?
Abverkaufsquote bei zeitversetzten Abschriften vergleichbar machen?
Bei uns im Controlling werten wir wöchentlich die Abverkaufsquote für Saisonartikel über rund 80 Filialen aus dem DWH aus. Problematisch ist, dass Abschriften nicht zentral gesteuert, sondern von den Filialleitungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und in unterschiedlicher Höhe umgesetzt werden. Dadurch erscheinen Filialen mit frühen Reduzierungen deutlich besser, obwohl der Vollpreisabverkauf schwach war. Der reine Mengenvergleich verzerrt zusätzlich die Rohertragssicht. Wie trennt ihr in euren Auswertungen den Vollpreisabverkauf vom aktionsgetriebenen Abverkauf? Gewichtet ihr reduzierte Mengen anders oder führt ihr parallele Quoten für Bestand zu Vollpreis und zu Abschrift, getrennt nach Größen?
Re: Abverkaufsquote bei zeitversetzten Abschriften vergleichbar machen?
Ursache ist die Vermischung von Preissteuerung und Nachfrage in einer einzigen Mengenquote, weshalb frühe Abschriften den Abverkauf schönen und den Rohertrag verschleiern. Bewährt hat sich eine getrennte Führung von Vollpreisquote und Abschriftenquote je Filiale, Artikel und Größencluster. Definiere Vollpreisabverkauf als Menge zum Originalpreis geteilt durch Anfangsbestand, Abschriftenabsatz separat mit durchschnittlichem Abschriftensatz und maßgeblichem Rohertrag je Stück. Im DWH ergänze jede Verkaufsposition um Preisstatus, erzielten Preis und Abschriftenhöhe aus Kassendaten sowie wöchentliche Bestandssnapshots mit gültigem Verkaufspreis. Damit lassen sich parallele Quoten in Menge und Wert rechnen und per SQL nach Kalenderwoche, Filiale und Größe filtern. Als Prüfschritte empfehle ich Abgleich von Kassenumsatz gegen DWH-Umsatz, Kontrolle von Bestandsfortschreibung gegen Inventur und Plausibilisierung auffälliger Vollpreisquoten bei gleichzeitig hohem Abschriftenanteil.