Nachträgliche Lieferantengutschriften verzerren Rohertrag - wie korrekt abgrenzen?

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rjung
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Nachträgliche Lieferantengutschriften verzerren Rohertrag - wie korrekt abgrenzen?

Beitrag von rjung »

Im Einkaufscontrolling betreue ich die Spannenberichte für Frischeartikel über rund 40 Filialen. Seit wir Werbekostenzuschüsse und nachträgliche Lieferantengutschriften zentral verbuchen, weichen Rohertrag im DWH und Fibu im Aktionsmonat deutlich voneinander ab. Das DWH zeigt den Ertrag auf Belegebene zum Verkaufsdatum, die Gutschrift kommt oft erst vier bis sechs Wochen später ohne Artikelbezug. Wie bildet ihr solche nachträglichen Konditionen korrekt ab, ohne abgeschlossene Monate ständig neu zu öffnen? Arbeitet ihr mit Abgrenzungsbuchungen, separater Konditionskennzahl oder Stornoläufen? Mich interessiert eine revisionssichere Lösung mit stabilen Vorperioden und großem Prüfumfang.
staylor
Administrator
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Registriert: Di 22. Sep 2026, 19:55

Re: Nachträgliche Lieferantengutschriften verzerren Rohertrag - wie korrekt abgrenzen?

Beitrag von staylor »

Ursache ist die sachliche und zeitliche Inkongruenz: Der Verkauf wird im DWH tagesgenau mit dem laufenden Einstandspreis bewertet, während WKZ und Boni erst Wochen später zentral ohne Artikel- und Filialbezug in der Fibu landen. Das lässt sich nicht über ständiges Neubewerten abgeschlossener Belege lösen. Bewährt hat sich ein zweistufiger Rohertrag: Rohertrag I als operativer Warenrohertrag aus Nettoumsatz minus Wareneinsatz zum Rechnungspreis, Rohertrag II als Rohertrag I plus Konditionsergebnis. Modelliere dafür eine eigene Faktentabelle für Konditionen mit Buchungsdatum, Leistungsmonat, Lieferant, Vertragsnummer, Aktionskennung, Betrag und Status abgegrenzt oder abgerechnet. Im Aktionsmonat buchst du eine Abgrenzung auf Basis der vertraglichen Konditionsquote, verteilt per SQL-Allokation nach Aktionsumsatz oder Absatzmenge je Artikel und Filiale. Bei Gutschriftseingang erfolgt kein Überschreiben, sondern eine neue Zeile mit Referenz auf den Leistungsmonat als True-up. Für die Revision wichtig sind Periodensperre im DWH, Abstimmbrücke zur Fibu über Rückstellungskonten, Vertragsablage mit Vier-Augen-Prinzip und monatliche Altersanalyse offener Abgrenzungen je Lieferant.
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