Nachträgliche Konditionen in Artikelbewertung einbeziehen?

Artikelanalysen und Sortimentsentscheidungen.
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kwerner
Beiträge: 7
Registriert: Do 24. Sep 2026, 20:20

Nachträgliche Konditionen in Artikelbewertung einbeziehen?

Beitrag von kwerner »

Bei uns im Einkaufscontrolling bewerten wir Artikel primär nach Umsatz, Absatz und Frontspanne aus der Warenwirtschaft. Nachträgliche Konditionen wie Jahresboni, Staffeln oder Werbekostenzuschüsse laufen separat im Finanzbereich und werden in unseren BI-Berichten für Sortimentsentscheidungen nicht auf Artikelebene allokiert. Dadurch wirken einige Markenartikel mit schwacher Frontmarge deutlich schlechter als sie netto netto tatsächlich sind, während Eigenmarken ausschließlich nach Frontmarge bevorzugt werden. Wie löst ihr die verursachungsgerechte Verteilung nachträglicher Konditionen auf Artikel und Filialen? Arbeitet ihr mit pauschalen Aufschlägen, Gutschriftsschlüsseln oder vollständiger Netto-Netto-Deckungsbeitragsrechnung?
staylor
Administrator
Beiträge: 236
Registriert: Di 22. Sep 2026, 19:55

Re: Nachträgliche Konditionen in Artikelbewertung einbeziehen?

Beitrag von staylor »

Ursache ist die systemische Trennung zwischen Warenwirtschaft mit tagesaktueller Frontkalkulation und Finanzbereich mit periodenbezogenen Lieferantenkonditionen ohne Artikelbezug. Dadurch entsteht eine systematische Unterbewertung konditionsstarker Marken. Praktisch bewährt sich eine gestufte Netto-Netto-Rechnung im BI. Definiere Frontspanne, Nettospanne nach direkten Artikelkonditionen und Netto-Netto-Deckungsbeitrag nach anteiligen Jahreskonditionen. Modelliere Konditionen als eigene Faktentabelle mit Lieferant, Warengruppe, Artikelhierarchie, Filiale, Gültigkeitszeitraum und Konditionsart. Allokiere Boni und Staffeln proportional zum bewerteten Wareneinsatz oder Einkaufsvolumen zu Nettobezugspreisen, Werbekostenzuschüsse nur auf tatsächlich geförderte Artikel und Aktionen. Per SQL über Zeitraum- und Hierarchie-Join auf Bewegungsdaten verteilen und monatlich abgrenzen. Prüfe Vollständigkeit gegen Finanzbuchhaltung, Plausibilität je Lieferant und maßgebliche Veränderungen der Rangfolge bei Sortimentsentscheidungen. Pauschale Aufschläge sind nur als Übergangslösung sinnvoll.
hberger
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Registriert: Do 24. Sep 2026, 20:20

Re: Nachträgliche Konditionen in Artikelbewertung einbeziehen?

Beitrag von hberger »

Danke dir für die saubere Aufschlüsselung, da hast du den Unterschied zwischen Front- und Netto-Netto-Sicht super auf den Punkt gebracht. Bei uns im Handel hilft schon eine grobe monatliche Abgrenzung, denn erst dann weiß man, wie stark Boni die Rangfolge der Marken verschieben.
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