Wie priorisiert ihr Flächen zwischen Frische und Trockensortiment nach Umsatz pro Quadratmeter?
Wie priorisiert ihr Flächen zwischen Frische und Trockensortiment nach Umsatz pro Quadratmeter?
In unserem Strategie-Cockpit sehen wir seit Monaten gegenläufige Signale: Die Frischebereiche treiben Frequenz und Umsatz, bleiben aber bei Deckungsbeitrag und Abschriften hinter dem Trockensortiment zurück. Der Vertrieb fordert mehr Frischefläche für Profilierung, das Controlling verweist auf die schwächere Flächenproduktivität nach Abschriften und Personalkosten. Wir arbeiten mit Filialclustern nach Lage und Größe, doch eine einheitliche Kennzahl für die Flächenallokation fehlt. Wie bildet ihr den Zielkonflikt zwischen Frequenzwirkung, Rohertrag pro Quadratmeter und operativer Komplexität sauber ab? Welche Steuerungslogik hat sich bewährt, um Flächenentscheidungen je Cluster datenbasiert zu treffen?
Re: Wie priorisiert ihr Flächen zwischen Frische und Trockensortiment nach Umsatz pro Quadratmeter?
Ursache ist die Vermischung von Bruttoumsatz und Nettoertrag pro Fläche ohne Verbund- und Kostenzuordnung. Umsatz pro Quadratmeter bevorzugt systematisch Frische bei hoher Drehzahl, blendet aber Abschriften, Handling und Thekenpersonal aus. Bewährt hat sich eine zweistufige Steuerungslogik je Filialcluster. Primärkennzahl ist der Deckungsbeitrag II pro Quadratmeter, definiert als Rohertrag abzüglich Abschriften und direkt zurechenbarer Personal- und Entsorgungskosten, geteilt durch belegte Verkaufsfläche inklusive Nebenflächen, maßgeblich je Größencluster. Sekundär wird die Frequenzwirkung über Bonanalyse gemessen, etwa Anteil Warenkörbe mit Frische und Zusatzkauf im Trockensortiment. Modellseitig im DWH sauber trennen zwischen Verkaufs-, Aktions- und Lagerfläche und Kosten über Zeiterfassungsschlüssel zuordnen. Per SQL je Cluster Median und Streuung bilden und nur Flächen ausweiten, wo DB II pro Quadratmeter und Verbundquote gemeinsam über Median liegen. Prüfschritte sind Vollständigkeit der Abschriftenbuchungen, Plausibilität der Flächenstämme und A-B-Tests bei Umbauten.